Führungspersönlichkeiten identifizieren: Was wirklich zählt
by Redaktion
Führungskompetenz ist kein Zufall. Unternehmen, Teams und Projekte stehen und fallen mit den Menschen, die sie leiten. Doch wie erkennt man echte Führungspersönlichkeiten? Und welche Eigenschaften, Denkweisen und Kompetenzen sind entscheidend? Ein Blick auf die klassischen Managementschulen liefert wertvolle Anhaltspunkte, wie unterschiedliche Ansätze das Verständnis von Führung prägen – und welche Kriterien bei der Identifikation starker Persönlichkeiten helfen können.

Was macht eine Führungspersönlichkeit aus? Gute Führung basiert auf einer Kombination aus Fachwissen, sozialer Kompetenz, strategischem Denken und der Fähigkeit, andere zu inspirieren. Doch je nach Kontext und Perspektive ändert sich, worauf es besonders ankommt. Hier kommen die Managementschulen ins Spiel.
1. Effizienzdenker nach Taylor (klassische Managementschule) Taylorismus sucht Führungskräfte, die planen, analysieren und optimieren können. Der Fokus liegt auf Strukturiertheit, Zielorientierung und Prozesskompetenz. Wer hier punktet, fällt durch logisches Denken, analytische Stärke und Umsetzungsfähigkeit auf.
2. Der empathische Leader (Human-Relations-Schule) Hier stehen zwischenmenschliche Fähigkeiten im Vordergrund: Kommunikation, Einfühlungsvermögen, Teamgeist. Führungspersönlichkeiten erkennt man an ihrer Wirkung auf andere, an ihrer Fähigkeit zur Motivation und ihrer sozialen Intelligenz. Gerade für international bzw. multikulturell aufgestellte Arbeitgeber sind dies eminent wichtige Punkte - und die Human-Relations-Schule liefert hier wertvolle Antworten.
3. Der strukturierte Organisator (Bürokratiemodell nach Weber) Weber sieht Führung als Funktion. Wichtig sind Gesetzestreue, Regelkenntnis und die Trennung von Amt und Person. Wer durch Integrität, Verlässlichkeit und Loyalität auffällt, entspricht diesem Typus.
4. Der vernetzte Systemdenker (Systemtheorie) Systemisch denkende Führungskräfte analysieren Wechselwirkungen, erkennen Muster und beziehen Umweltfaktoren ein. Sie agieren reflektiert, antizipativ und vermitteln Orientierung in komplexen Strukturen.
5. Der flexible Entscheider (Situative Managementschule) Diese Schule erkennt an: Es gibt keine feste Führungspersönlichkeit. Stattdessen gilt: Wer unterschiedliche Rollen einnehmen, sich anpassen und kontextsensitiv handeln kann, beweist echte Führungskompetenz. Auch wenn der Begriff bei Entstehung dieser Schule noch nicht verwendet wurde, sieht man hier klar eine agile Führungsphilosophie.
Methoden zur Identifikation von Führungspersönlichkeiten
360°-Feedbacks: Einschätzungen aus verschiedenen Perspektiven offenbaren Stärken und Potenziale.
Assessment-Center: Simulationsaufgaben zeigen Entscheidungsverhalten, Sozialkompetenz und Belastbarkeit. Sinnvollerweise sollten diese durch einen externen Anbieter und an einem neutralen Ort erfolgen.
Persönlichkeitsanalysen: Tools wie DISG oder MBTI geben Hinweise auf typische Führungsprofile, sind aber nicht ganz unumstritten.
Praxisbeobachtung: Verhalten in realen Projekten oder Krisensituationen liefert echte Einsichten. Zeit für einen Test-Case!
Empfehlungen für die Personalauswahl
Führung ist keine Schablone, sondern situativ, vielschichtig und kontextabhängig. Die klassischen Managementschulen bieten wertvolle Modelle, um unterschiedliche Führungsprofile zu erkennen und einzuordnen. Vorab kann es sinnvoll sein, eine Art "Persona" des idealen Stelleninhabers zu definieren, inklusive einem Verweis auf die Managementschule, die am besten zu Größe, Kultur und Ambition des Unternehmens passt. Mitunter unterstützen professionelle Personalberater im Rahmen einer Executive Search bereits hier durch wertvolle Hinweise. Wer Führungspersönlichkeiten identifizieren will, sollte nicht nur auf Tools setzen, sondern auch auf systematische Beobachtung, Kontextverständnis und ein differenziertes Menschenbild.